Da diese Woche mit unserem SHUT Skateboards Gewinnspiel ganz im Zeichen des Skateboardens steht, hauen wir jetzt noch einen drauf. Wir haben den Kölner Skateboarder Patrick Bös zum Interview geladen. Im #INTHEFOCUS Interview hat er uns verraten, wie er es seit über 20 Jahren schafft, fast täglich Skateboarden zu gehen und wie für ihn so ein idealer vom Skatenboarden geprägter Tag aussieht!

Hi mein Guter, stelle dich kurz vor und verrate uns, welche Actionsportart du betreibst und warum gerade diese!
Mein Name ist Patrick Bös, ich bin 35 Jahre alt, komme aus Köln und fahre seit über 20 Jahren Skateboard. Im normalen Leben bin ich Lehrer an einer Hauptschule.

„Warum ich seit so langer Zeit Skateboard fahre?“ Darüber habe ich mir bislang kaum Gedanken gemacht. Es passiert einfach… ein Leben ohne nachmittags zu Skaten ist für mich noch unvorstellbar. Skaten macht einfach zu viel Spaß und es gibt keine bessere Möglichkeit den Kopf auszuschalten und zu entspannen. Skaten ist für mich Erholung und Fitness in einem.

Foto: Leon Schmidt

Foto: Leon Schmidt

Wie lange betreibst du den Sport schon und was motiviert Dich am meisten?
Ein Skateboard habe ich schon über 20 Jahre, wobei ich seit knapp 20 Jahren ernsthaft Skateboard fahre. Mich motivieren beim Skaten möglichst viele Tricks und diese möglichst immer zu können. Ich möchte mit meinem Skateboard rumfahren und einfach nur Tricks machen… so viele Tricks wie möglich und das am liebsten ohne Bails. Am liebsten würde ich über den ganzen Tag eine Line fahren. Deshalb mag ich es auch nicht mich an einem extrem komplizierten Trick über längere Zeit aufzuhalten. Ich mache lieber 100 easy Tricks, als 1 harten Trick.

Außerdem macht es natürlich immer wieder Spaß in den Straßen filmen zu gehen, die Stadt mit dem Skateboard zu erkunden und neue Spots zu finden.

Bist du Pro, Rookie oder einfach nur mit krasser Leidenschaft dabei?
Für mich ist ein Pro im Skateboarding nur, wer seinen Namen auf einem Board hat und vom Skaten leben kann. Ich war demnach nie Pro und werde es nie sein. Von Rookie kann man in meinem Alter wohl auch nicht mehr sprechen.

Ich bin seit fast 20 Jahren in der glücklichen Situation, dass ich Sponsoren habe, die mich mit ausreichend Stuff versorgen. Eine Zeit lang bekam ich auch etwas Geld fürs Skaten und hatte Travelbudget. Diese goldenen Zeiten sind jedoch vorbei, wobei ich durch meinen Job mehr als genug Geld für Reisen mit und ohne Skateboard habe.

Und… ja klar bin ich mit krasser Leidenschaft dabei, sonst würde ich nicht jeden Tag an Skaten denken und so oft Skaten gehen.

Foto: Leon Schmidt

Foto: Leon Schmidt

Was waren deine größten Erfolge / Was pusht dich am meisten?
Der größte Erfolg ist, dass ich mit 35 Jahren noch fit bin und mein Skaten weiterentwickle. Normalerweise gibt es ja einen Moment im Leben in dem man in einer Sportart wieder schlechter wird. Ich bin froh, dass ich diesen noch nicht überschritten habe und mein Körper noch so unglaublich gut mitmacht.

Wenn man Contest als sportliche Erfolge im Bereich Skateboarding betrachtet, so habe ich da nicht all zu viel gewonnen. Das höchste der Gefühle war der Sieg an einem Spot der DC KING OF BARCELONA Contest Reihe, der Gewinn beim Deutschen és GAME OF SKATE und ein 1. Platz beim RED BULL MANNY MANIA in Bochum.

Wichtiger als jeder Contest sind mir Videoparts und Fotos in Magazinen. Wenn ich etwas als Erfolg verbuchen würde, dann wären es meine Parts und meine Interviews in der Monster und Limited.

Foto: Leon Schmidt

Foto: Leon Schmidt

Was machst du alles, um Deiner Leidenschaft nachgehen zu können?
Ich habe einen Job der mir ausreichend Freizeit und Geld liefert um in Ruhe Skaten und Reisen zu können. Sonst reise ich extrem gerne und versuche dort möglichst viele Spots zu skaten. Am liebsten natürlich mit einem Filmer. Ostern geht es nach China und im Sommer in die USA. Wenn alles gut geht, sollte dann Ende des Sommers mein nächster Part erscheinen. Andere machen im Urlaub Selfiss am Strand und im Club, ich gehe den ganzen Tag Skaten und versuche so viel wie möglich zu filmen.

Sonst esse ich halbwegs gesund und trinke fast keinen Alkohol, damit mein Körper das Skaten verkraftet.

Wie sieht dein idealer Tag aus?
Ein idealer Tag beginnt in einer fremden Stadt mit vielen mir unbekannten Skatespots. Am besten wären 1-2 weitere Skater und ein motivierter Filmer. Zum Frühstück gibt es einen leckeren Café und dann bin ich bis Sonnenuntergang mit dem Board in der Stadt unterwegs. Zwischendurch eine eiskalte Dose Cola und dazu ein wenig Entspannung in der warmen Sonne. Abends lecker kochen, mit den anderen Jungs den Tag Revue passieren lassen und relativ früh ins Bett.

Mehr brauche ich nicht…

Foto: Leon Schmidt

Foto: Leon Schmidt

Wer sind deine größten Vorbilder / Welche Personen inspirieren dich am stärksten?
Direkte Vorbilder habe ich nicht wirklich. Ich finde andere Skater und deren Skaten gut, aber ich versuche ihnen nicht nachzueifern. Ich bin ich und ich möchte keine Kopie von Skater XY sein. Natürlich bin auch ich nicht frei von fremden Einflüssen und gucke mir sicher einige Dinge von anderen Skatern ab. Wenn ich meine Lieblingsskater benennen müsste, dann wären das Eric Koston, Josh Kalis, Lucas Puig und Erik J. Pettersson. Deren Skaten und deren „Lebensleistung“ im Skateboarding ist einfach unglaublich.

Wenn ich in andere Sportarten gucke, dann fallen mir noch Lukas Podolski und Bastian Schweinsteiger ein. Lukas Podolski ist für einen Kölner die absolute Heldenfigur und ihn im Müngersdorfer Stadion zu sehen ist einfach ein Traum. Zu Bastian Schweinsteiger muss ich nach seinem WM Finale in Brasilien wohl nichts mehr sagen. Wenn es einen Kämpfer gibt der niemals aufgibt und alle nach vorne treibt, dann ist er das. Wäre ich Fußballer, dann würde ich ihn unbedingt in meiner Mannschaft haben wollen.

Was sind für dich GOODTIMES?
Jede Reise ist eine gute Zeit für mich. Egal ob mit dem Skateboard, mit der Freundin oder mit Kumpels bei FC Köln Spielen. Hauptsache ich kann Skaten, mit meiner Freundin in der Sonne sitzen oder den FC anfeuern. Ich brauche nicht viel um eine gute Zeit zu haben.

Wenn du noch was zu sagen hast, kannst du es hier tun:
Ich möchte mich natürlich bei allen Menschen bedanken die mir beim Skateboarding unter die Arme gegriffen haben, noch heute einen 35-Jährigen unterstützen und zu guten Freunden geworden sind. Vielen Dank an Urban Supplies (Felix, Murat, Newi, Gentsch), TX-Sports (Sven, Pöhli), Claro! Caps (Linus) und die FineLines Jungs für die Nike SB Schuhe (Joni, Nob, Veith). Außerdem danke ich Ludi und Chris für das Filmen, sowie Helge, Gentsch, Henne und Leon für das Fotografieren.

Foto: Leon Schmidt

Foto: Leon Schmidt

Besten Dank Patrick für das coole Interview und fetten Respekt dafür, dass du auch nach über 20 Jahren dem Skateboarden treu geblieben bist. Du hast uns auf jeden Fall gezeigt, dass Skateboarden keine Frage des Alters ist und wenn man es will, auch mit Mitte 30 noch die Zeit und Energie finden kann, täglich auf dem Skateboard zu stehen.

Also, allen die jetzt immer die Ausrede benutzt haben, dass sie keine Zeit haben und zu alt seien, um ihrer Actionsportart nachzugehen, sei gesagt, dass diese Ausrede nicht gilt. Patrick zeigt euch, wie man Job und Hobby unter einen Hut bzw. unter ein Cap bringt!