Skateboard mal anders

Ihr stellt Skateboards her, die elektrisch betrieben werden und mit denen man ganz schön schnell fahren kann…Wie ist die Idee entstanden und wer steht hinter der Marke?

Am Anfang von Mellow stand die Vision des „Endless Ride“ – das Gefühl des Surfens und Snowboardens auf die Straße zu bringen. Die Idee keimte bereits, als unser Boardsport begeisterter CEO Johannes in einer Zeitschrift über einen Dieselantrieb für Skateboards gelesen hatte. 2010 stand er dann das erste Mal auf einem elektrischen Skateboard. Er hatte große Erwartungen, wurde jedoch sehr enttäuscht und dachte: Das muss doch auch besser gehen!

Das nötige technische Know-How steuerte dann Kilian bei. Als die zwei sich zufällig bei einem Surfurlaub in Marokko kennenlernten, war er noch Ingenieur für Elektrofahrzeuge bei BMW. Die Idee von einem montierbaren Skateboard-Antrieb weckte jedoch seinen Ehrgeiz. So wurde der „Endless Ride“ zu ihrer gemeinsamen Vision.

Nach der Gründung im Januar 2015 kamen über ihr Netzwerk schnell weitere Leute dazu, die für die Idee von Mellow Boards brannten. Heute arbeiten wir als 20-köpfiges Team daran, neue Standards für Elektroskateboards zu setzen und die Vision der nachhaltigen Mobilität in Städten zu verwirklichen.

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Fotocredit: Mellow Boards

Welche Hürden haben sich euch von der Idee bis zur Umsetzung in den Weg gestellt?

Die erste große Hürde war für uns am Anfang die Finanzierung. Hardware-Startups haben extrem hohe Entwicklungs- und Produktionskosten. Die meisten Investoren lehnen dies von vornherein ab. Erste eigene finanzielle Mittel und das Crowdfunding über die Kickstarter Kampagne halfen uns in der Startphase. Doch den richtigen Durchbruch brachte erst die Partnerschaft mit TQ Systems, einem führenden deutschen Elektronikdienstleister im Bereich Antriebstechnik. Seit Dezember 2015 ist TQ Systems als Investor und Produktionspartner bei uns mit an Board.

Die zweite Herausforderung war, neben TQ Systems weitere Partner und Zulieferer zu finden, die den hohen Qualitätsansprüchen gerecht werden. Letztlich waren drei Jahre Konzeption, Prototypenentwicklung und Feinabstimmung zur Kombination von mehr als 300 individuell angepassten Teilen notwendig, um den Mellow Drive und den Traum vom „Endless Ride“ zu verwirklichen.

Und eine dritte Herausforderung, die wir auch noch nicht ganz überwunden haben, ist das Thema Time-to-Market. Zu unserer Kickstarter Kampagne hatten wir die Produktentwicklungszeit schon möglichst realistisch und auch sehr großzügig geplant. Die Realität stellte sich dann aber doch anders heraus. Zum einen haben wir das ursprüngliche Design nochmal verändert, dann sind geplante Timelines zusammengekracht und kurz vor der Auslieferung haben wir uns auch nochmal Zeit genommen, den Motor zu verbessern. Das waren sehr harte existenzielle Entscheidungen, mit denen wir unsere Unternehmenswerte gefestigt haben, aber nicht wussten, ob die wartenden Kunden Verständnis aufbringen oder einen Shitstorm lostreten würden. Heute oder in einem Jahr können wir darüber schmunzeln, wie hektisch wir damals waren. Unser Fazit ist: Gute Kommunikation und nahhaltige Entscheidungen zahlen sich immer aus.

Wie schnell kann man mit einem Mellow Board fahren?

Mit dem Mellow Drive erreichst du eine Höchstgeschwindigkeit von 40km/h. Für uns war aber nicht nur eine möglichst hohe Geschwindigkeit wichtig, sondern vor allem Qualität und Sicherheit. Daher setzen wir auch komplett auf Produktion in Deutschland. Drei Jahre Konzeption, Prototypenentwicklung und Feinabstimmung haben wir jetzt hinter uns, um einen hochwertigen und hochleistungsfähigen Antrieb nach Standards der Automobilindustrie auf den Markt zu bringen. Alle Teile kommen von deutschen bzw. europäischen Qualitätsunternehmen und sind individuell für den Mellow Drive konzipiert.

Letztlich haben wir dadurch ein extrem smoothes Fahrerlebnis realisiert, können mit starken und verlässlichen Bremsen sowie einem intuitiven Nutzererlebnis punkten. Und dadurch, dass der Antrieb unter so gut wie jedes Board montiert werden kann, bleiben die Eigenschaften und das Fahrgefühl unterschiedlicher Skate- oder Longboards erhalten und jeder kann einfach sein Lieblingsbrett pimpen.

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Fotocredit: Mellow Boards

Warum der Name „Mellow Boards“? So „mellow“ fährt man ja gar nicht oder?

Den richtigen Namen für unser Projekt und unser Unternehmen zu finden, war nicht ganz einfach. Wir waren von Anfang an überzeugt, dass wir mit Mellow Erfolg haben können. Wir wussten also, dass wir mit dem Namen wahrscheinlich den Rest des Lebens klarkommen müssen.

Mellow kommt aus der Surf Community. Der Begriff beschreibt das Gefühl der absoluten Glückseligkeit – wenn du vollkommen im Reinen mit dir bist. Der Unternehmensname erinnert uns jeden Tag daran, warum wir das Ganze eigentlich machen.

Wer mit unserem Board unterwegs ist, kann selbst entscheiden wie schnell oder „mellow“ er unterwegs sein will. Dafür gibt es auch vier unterschiedliche Fahrmodi – Rookie zum Reinkommen, Eco zum entspannten Cruisen, Pro um ordentlich zu heizen und Endless, um richtig zu skaten, während der Drive nur dabei hilft, die angepushte Geschwindigkeit zu halten.

Für wen ist das Mellow Board ausgelegt? Kann jeder damit fahren oder muss man besondere Skills haben?

Grundsätzlich kann jeder damit fahren – selbst Leute, die bisher weder auf einem Skateboard noch auf einem Snowboard oder Surfbrett gestanden haben. Um sich an die seitliche Fortbewegung zu gewöhnen, ist der Elektroantrieb sogar hilfreich. Leute mit Boardsport-Erfahrung können hingegen das Board direkt ausfahren und das smoothe Fahrgefühl sowie das endlose Dahingleiten voll auskosten.

Egal ob Anfänger oder Pro – wer richtig skaten kann oder an seinen Skate-Skills arbeitet, ist klar im Vorteil. Nichtsdestotrotz empfehlen wir immer auch einen Helm zu tragen und nie schneller zu fahren als mit einem Board, das nicht motorisiert ist.

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Fotocredit: Mellow Boards

Wie lade ich das Mellow Board auf und wie lange kann ich fahren bis es „leer“ ist?

Mit einer Akkuladung kommst du mit dem Mellow Board bis zu 15km weit. Das variiert jedoch stark je nach Fahrmodus, Fahrweise, Gewicht des Fahrers sowie Gegenwind und Zustand des Untergrunds. Wer einen zweiten Akku dabei hat, kann die Reichweite des Boards unterwegs problemlos verlängern.

Geladen wird der Akku per Ladegerät an der Steckdose oder wahlweise auch mit einem Schnelllader. Die Ladezeit beträgt bei ersterem 3,5 Stunden und bei letzterem 45 Minuten.

Falls dein Handy unterwegs mal den Geist aufgeben sollte, kannst du den Mellow Akku auch als Powerbank nutzen und dein Handy per USB Anschluss laden.

Wo kann ich das Board kaufen?

Bestellen kann man den Mellow Drive oder auch ein komplettes Mellow Board bereits seit unserer Kickstarter Kampagne in unserem Online-Shop. Wir haben bisher Vorbestellungen aus 38 Ländern. Parallel dazu bauen wir Kooperationen mit Skateshops und Händlern auf, die in verschiedenen Städten und Ländern unsere Produkte auch direkt vor Ort verkaufen werden. Mit der Auslieferung haben wir Ende März gestartet. Bis Anfang Juli planen wir alle Vorbestellungen abzuarbeiten, sodass wir ab Sommer auch direkt liefern können.

Vielen Dank an Mellow Boards!

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