Suchst du die perfekte Welle? Glückwunsch – du bist dem Ganzen gerade einen großen Schritt näher gekommen! Zugegeben, das ist in der Surfwelt ein ziemlich abgedroschener Slogan – aber in Bezug auf Surfen in Santa Catalina trifft der Spruch verdammt gut zu.

Unser Autor Stefan Heinrich träumt seit zehn Jahren von „la Punta“, dem berühmten Pointbreak an der Pazifikküste Panamas – jetzt war er endlich dort! Auf seinem Blog travelonboards.de kannst du eine detaillierte Spot-Beschreibung über Santa Catalina lesen – hier bei uns gibt es vorab eine kurze Geschichte über Surfen in Santa Catalina, oder verfälschte Erwartungen, erfüllte Träume und eine Welle, die zu den besten der Welt gehört.

In Zeiten von Blogs, Wellen-Forecast und Live-Webcams ist der reisende Surfer in den meisten Fällen ziemlich gut darüber informiert, was ihn am Spot seiner Wahl erwartet. In den Blogs hast du dir deine Unterkunft ausgesucht und dank den Bewertungen eine Ahnung davon, wie hart die Matraze sein wird. Und natürlich fährst du nur los, wenn der Forecast mindestens sechs Fuß ankündigt. Vor meinem Trip nach Santa Catalina in Panama habe ich nichts dergleichen gemacht – ich dachte: „Du hast schon so viel von dem Ort gehört, da brauchst du keine Vorbereitung!“ Tja, irgendwie kam am Ende doch alles anders als gedacht.

Fotocredit Stefan Heinrich

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Ich war gerade zwei Wochen in Bocas del Torro an der Karibikseite von Panama surfen und hatte das Glück, einen Monster-Swell abzugreifen. Allerdings rückte Weihnachten näher und die Line-Ups wurden immer voller. Mein Entschluss stand also fest: Ab nach Santa Catalina.

Ich hatte bereits bei meinem ersten Besuch in Bocas vor zehn Jahren schon von dem sagenumwobenen Pointbreak an der Pazifikküste Panamas gehört. Doch damals blieb ich in Bocas hängen, die Wellen waren gut und das Bier billig, außerdem hörte sich die Beschreibung des völlig betrunkenen Australiers bezüglich der Anreise nach Santa Catalina extrem abenteuerlich an. Ein Fehler – wie sich zehn Jahre später heraus stellen sollte!

Fotocredit Stefan Heinrich

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In der Zwischenzeit ist die „große Unbekannte“ nämlich eine „kleine Berühmtheit“ geworden – wer über Surfen in Panama spricht, der meint automatisch den rechten Pointbreak von Santa Catalina – „la Punta“: endlose Walls, aufgehübscht mit knackigen Barrels und Ritte bis zu 300 Meter! Leider bedeutet der gesteigerte Bekanntheitsgrad auch ein ziemlich volles Line-Up und mehr oder weniger ein Take-Off-Spot. Zudem war an der Pazifikseite gerade absolute Off-Season, die Locals in Bocas rieten mir ab, um diese Jahreszeit sei es dort absolut flat. Aber ich machte mich trotzdem auf den Weg, und hatte Glück – es hat sich mehr als gelohnt, dass ich meine Hintern endlich nach Santa Catalina bewegt habe.

Fotocredit Stefan Heinrich

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Die Anreise ist alles andere als abenteuerlich, es dauert einfach. Von Panama City bist du rund sechs Stunden unterwegs, von Bocas aus schaffst du es mit etwas Glück in einer Tagesreise. Was die Unterkunft angeht, musst du dich entscheiden: Entweder du wohnst im Hauptort, bist dann aber rund 15 Gehminuten von den Breaks entfernt, oder aber du wohnst am Meer und musst dann dementsprechend tief in die Tasche greifen. Grundsätzlich ist es in Santa Catalina so, dass die Preise relativ hoch sind, oder aber der Standard echt mies. Detaillierte Infos zur Anreise nach Santa Catalina und zu Unterkünften bekommst du in meinem Post über den Spot!

Was den Ort betrifft war ich wirklich überrascht. Ich hatte Santa Catalina als eine dieser „idyllisches Fischerdorf mutiert zu Surf-Hochburg“-Destination abgestempelt – aber das genaue Gegenteil war der Fall: Wenig Surfer, überhaupt keine Party, der Charakter des kleinen Fischerdorfs wabert durch die staubigen Gassen. Das mag zum einen daran liegen, dass es „den Ort“ Santa Catalina nicht gibt, es ist eher eine Ansammlung von Häusern, verstreut über rund drei Kilometer entlang der Küste. Zum anderen war ich eben in der Nebensaison da – in der Surf-Season ist sicher im Wasser viel mehr los, aber dass der Ort hektisch wird, kann ich mir wirklich nicht vorstellen.

Fotocredit Stefan Heinrich

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Surf-technisch hatte ich wirklich Glück, ein kleiner Swell mogelte sich in den wochenlangen „flat spell“. Die Locals erzählten mir, dass es hier um diese Jahreszeit wirklich lange keine Wellen geben kann –zum Glück hatte ich nicht auf den Forecast geschaut, sonst wäre ich wohl wieder nicht in den Genuss von „la Punta“ gekommen. Und Leute, es ist ein Genuss. Ach quatsch, es ist orgasmisch! Die Welle ist perfekt, ein Designer hätte das Teil am Computer nicht besser hinbekommen: Perfekte walls, runde tubes, das Ganze nicht zu schwierig mit einer ordentlichen Geschwindigkeit.

Mein kleiner Swell produzierte zwei Tage lang drei Fuß Wellen, was in „la Punta“ ungefähr schulterhoch ist und ziemlich viel Spaß macht. Am dritten Tag waren vier bis sechs Fuß in den Sets drin – und dann liebe Surfer, mutiert dieser panamesische Pointbreak zu einer wahren Wellenmaschine! Ein Set nach dem anderen rollt rein, gefühlt bist du ewig auf der Welle und nach rund vier Stunden im Wasser völlig platt – der Weg raus ins Line-Up ist ebenfalls echt lang! Ich möchte mir gar nicht vorstellen was los ist, wenn hier ein „richtiger“ Swell ankommt?

Fotocredit Stefan Heinrich

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Santa Catalina ist der unbekannteste „berühmte“ Surfspot den ich kenne. Mal abgesehen davon, dass es hier ziemlich schön ist und sich ein Besuch auch lohnt, wenn du einen nicht-surfenden (Reise-)Partner hast, sollte jeder Surfer „la Punta“ kennenlernen. Diese Welle ist wirklich perfekt, und schon ein kleiner Swell genügt, um Freude im Line-Up zu verbreiten. Um die Crowd zu vermeiden, kannst du in der Off-Season hinfahren, allerdings solltest du dann auf dein Glück vertrauen oder den Forecast im Auge behalten. Übrigens ist Santa Catalina auch für Surf-Einsteiger geeignet – mehr über den Anfänger-Spot erfährst du in der detaillierten Spotbeschreibung über Santa Catalina mit allen Informationen zu Anreise, Unterkunft und den einzelenen Spots auf travelonboards.de!