Jetzt wo der Winter so gut wie vor der Tür steht, brauchen wir natürlich alle das passende Equipment, wie zum Beispiel das richtige Snowboard, das perfekt zu den eigenen Ansprüchen und Merkmalen passt. Doch bei der Vielfalt an Snowboards und den unterschiedlichen Eigenschaften der Bretter ist es gar nicht so einfach das ideale Snowboard zu finden.

Dieses Problem haben auch unsere Freunde von Blue Tomato erkannt und daher einen Snowboards Buyers Guide zusammengestellt, der dir helfen soll anhand bestimmter Kriterien das richtige Board für dich auszuwählen.

Wir vom GOODTIMESMAG geben dir in Anlehnung an den Buyers Guide von Blue Tomato einen kleinen Einstieg in die wichtigsten Unterscheidungsmerkmale der am Markt erhältlichen Snowboards.

Wir bringen Licht ins Dunkel! Das hat es mit der Breite, der Länge, der effektiven Kante, dem Radius und dem Flex eines Snowboards auf sich.

Klar, von außen betrachtet sehen die meisten Snowboards gleich aus und besonders als Snowboardneuling denkt man wahrscheinlich, dass es nur verschiedene Marken und Boarddesigns gibt, anhand derer man die Bretter unterscheiden kann. Aber das ist weit gefehlt, denn das Design und die Marke sollten zunächst bei der Wahl des für dich perfekten Boards keine Rolle spielen. Viel wichtiger ist, dass man weiß, welche Rolle die Breite, die Länge, die effektive Kante, der Radius und der Flex eines Snowboards spielen.

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Die Länge

„Das passende Snowboard geht bis zum Kinn.“ Diese Aussage hört man immer wieder und in einigen Fällen scheint diese grobe Orientierung auch zu passen, aber es ist eher unwahrscheinlich, dass du so das Snowboard passend zu deinen individuellen Bedürfnissen findest. Denn bei der Wahl der richtigen Länge für dein Snowboard solltest du neben deiner Körpergröße auch dein Gewicht, deine persönlichen Präferenzen und das Einsatzgebiet berücksichtigen. Wann ein größeres Snowboard die richtige Wahl wäre und unter welchen Bedingungen du auch getrost ein kürzeres Board wählen kannst, erfährst du hier.

Die Breite

Neben der Länge sollte ebenso die Breite des Snowboards eine wesentliche Rolle bei der Wahl des richtigen Brettes für dich spielen. Ab einer Schuhgröße von 44 solltest du mit dem Gedanken spielen, deinen Fokus auf Mid-Wide- oder Wide-Boards zu legen, denn diese Boards sind speziell für Menschen mit größeren Füßen entwickelt worden. Solltest du trotz großer Füße ein schmales oder normales Board wählen, kann es sein, dass du mit deinen Boots deutlich über die Außenkanten deines Snowboards hinauskommst, was beim Kurvenfahren dafür sorgen kann, dass du mit deinen Boots im Schnee hängen bleibst und stürzt.

Welche Vor- und Nachteile schmale und breite Boards mit sich bringen und warum auch Faktoren wie dein Bindungswinkel oder die Kantenlänge deiner Boots darüber entscheiden können, ob du eher ein breiteres Brett in Betrachtung ziehen solltest, sagt dir das Expertenteam von Blue Tomato hier.

Die effektive Kante

Die effektive Kante oder auch die effektive Kantenlänge (siehe Effective Edge Length im oberen Bild) beschreibt die Kante des Snowboards, die beim Kurvenfahren den direkten Kontakt zum Schnee hat. Die Länge der effektiven Kante hat einen entscheidenden Einfluss darauf, wie wendig dein Snowboard ist und wie leicht es zu kontrollieren ist. So ist ein Snowboard mit einer kurzen effektiven Kante wendiger, bietet jedoch weniger Kontrolle bei höheren Geschwindigkeiten. Ein Board mit einer langen effektiven Kante bietet hingegen mehr Kontrolle, muss aber in der Regel mit mehr Krafteinsatz gesteuert werden. Es liegt also an dir und deinen Ansprüchen, welche Kantenlänge für dich ideal wäre. Wenn du zum Beispiel vor allem auf der Piste unterwegs bist und gerne mal mit ordentlich Speed den Berg unsicher machen willst, dann wäre eine längere effektive Kante für dich besser.

Der Radius

Auch in Bezug auf den Radius kommt es darauf an, ob du eher ein drehfreudiges Brett suchst oder ein Snowboard, welches vor allem bei hohen Geschwindigkeiten ruhig läuft. Genaue Empfehlungen sind in Bezug auf den Radius nur schwer zu geben, aber grundsätzlich kannst du dir merken, dass je geringer der Radius ist, desto größer ist die Drehfreudigkeit des Boards. Im Gegensatz dazu sorgt ein größerer Radius für mehr Laufruhe.

Der Flex

Mit dem Flex wird die Steifigkeit eines Snowboards beschrieben und die Flex-Skala reicht von 1 für weich, bis 10 für hart. Snowboards zum Freestylen und Jibben sind weicher und verzeihen so zum Beispiel Fehler bei Landungen oder auf Rails besser. Beim Fahren auf der Piste kann ein weiches Board aber für mehr Instabilität sorgen. Warum es Allmountain Snowboards in verschiedenen Härtegraden gibt und warum Freeride-Bretter deutlich härter sind, erfährst du im Snowboards Buyers Guide im Detail.

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Warum hat dein Riding Level einen entscheidenen Einfluss auf die Wahl deines Snowboards?

Das Riding Level

Wenn du das richtige Brett für dich finden willst, dann gilt es auch deine Fähigkeiten auf dem Snowboard richtig einzuschätzen. Solltest du hier zu dir nicht ehrlich sein, stellst du dir selbst ein Bein und machst es dir unnötig schwer. Mit einem Brett das nicht zu deinem Riding Level passt, kannst du wahrscheinlich nicht das Maximum beim Shredden aus dir herausholen.

Ob Anfänger, Fortgeschrittener oder Profi – bei Blue Tomato findest du das richtige Board passend zu deinem Riding Level.

Der Riding Style

Wenn du die Frage nach deinem Riding Level erfolgreich beantworten konntest, geht es nun darum zu klären, welcher Style deinem Riding entspricht.

Als Anfänger wirst du mit Sicherheit mit einem All Mountain Snowboard die meiste Freude haben, denn ein All Mountain Board bringt die Eigenschaften mit, die dich für jedes Terrain wappnen.

Ein Freeride Board ist die richtige Wahl, wenn du dich vor allem im Powder und abseits der präparierten Pisten austoben willst. Freeride Snowboards sind in der Regel etwas länger und kommen mit einem direktionalen Shape daher. Dadurch soll der Auftrieb im Powder verbessert und das hintere Bein etwas entlastet werden.

Wenn du dich vor allem im Park zu Hause fühlst, dann brauchst du ein Freestyle Snowboard. Freestyle Snowboards sind durch einen Twinshape gekennzeichnet, was bedeutet, dass die Bindungsposition mittig ist und Nose & Tail die gleiche Länge haben. So kannst du auch problemlos switch fahren. Willst du dich im ganzen Park austoben, wäre ein weiches Board besser geeignet. Sofern du dich hauptsächlich über die großen Kicker stürzen willst, solltest du hingegen auf ein härteres Brett zurückgreifen.

Hast du bereits Turn- und Slidingerfahrung gesammelt und willst vor allem Boxen und Rails runterpreschen, dann könntest du mit einem Jib Snowboard den meisten Spaß haben. Jib Snowboards kommen oft schon von Hause aus mit weniger scharfen Kanten daher, um Hang-Ups zu vermeiden.

Immer beliebter sind in den letzten Jahren Splitboards geworden. Für den Anstieg lässt sich das Splitboard in zwei Skier teilen. Nach dem erfolgreichen Anstieg montierst du die beiden Hälften wieder zu einem Board zusammen, mit dem du dann deine Abfahrt in vollen Zügen genießen kannst. Weil es in Bezug auf den Kauf eines Splitboards einiges zu beachten gibt, haben unsere Freunde von Blue Tomato einen gesonderten Splitboards Buyers Guide erstellt, den du dir auf jeden Fall genau durchlesen solltest, wenn du dir ein Splitboard zulegen möchtest.

Welches Profil darf es sein?

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Früher kannte man nur Camber Snowboards, also Boards mit positiver Vorspannung. Das hat sich jedoch mittlerweile geändert, denn in den letzten Jahren haben sich mehrere Board Profile durchgesetzt. Wie sich Camber, Rocker, Powder Rocker, Flat und Hybrid Boards unterscheiden und welche Vor- und Nachteile sie bieten, erfährst du hier.

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Was hat es mit dem Shape auf sich?

Der Shape ist die Form deines Snowboards von oben. Doch manchmal ist es gar nicht so einfach von der Boardform auf den Shape zu schließen, weshalb wir dir die vier gängigen Boardformen etwas genauer vorstellen wollen.

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Ein Twin Tip Board oder auch True Twin Board genannt ist völlig symmetrisch. Die Nose und das Tail haben die gleiche Länge und Form, was dazu führt, dass sich diese Boards vorwärts und rückwärts genau gleich fahren lassen. Auch der Sidecut und der Flex sind über das gesamte Board gleich.

Boards mit Directional Shape gelten als die Boards für die Masse, denn sie sind für jedes Terrain geeignet, entfalten ihr Stärken jedoch vor allem beim Carven und bei Turns. Der Flex und Sidecut ist bei diesen Boards etwas nach hinter versetzt, was dem Board mehr Auftrieb, Stabilität und eine bessere Manövrierfähigkeit verleiht.

Optisch vom Twin Twin kaum zu unterscheiden, ist ein Directional Twin Board ganz anders konstruiert. Zwar ist die Form auch zentriert, jedoch sind die Inverts zurückversetzt. Außerdem bestehen meist hinsichtlich des Flex an Nose und Tail Unterschiede. Durch den Aufbau sind Directional Twin Boards besonders gut für Freestyler geeignet, die sich auch mal im Powder austoben wollen.

Wer vor allem Freeriden ist und sich im Powder vergnügen möchte, der sollte sich vielleicht ein Tapered Board zulegen, denn bei diesem Board ist der Auftrieb besonders stark. Dieser Auftrieb kommt vor allem durch die Verjüngung des Boards in Richtung Tail zustande.

Welche Snowboard Base Varianten gibt es und was bedeutet Sandwichbauweise?

Wenn du dir ein Snowboard kaufen möchtest, dann spielen die Art der Snowboard Base und das Wissen über die Bestandteil der Sandwichbauweise eine eher untergeordnete Rolle. Wenn du jetzt aber auf den Geschmack gekommen bist und auch zu diesen Themen das Wichtigste wissen willst, dann klicke hier.

Wir hoffen, dass wir dir zusammen mit Blue Tomato ein solides Grundverständnis von Snowboards geben konnten und es dir nun leichter fallen wird, das richtige Snowboard für dich zu finden. Spätestens jetzt sollte dir auch bewusst geworden sein, dass es nicht auf die Marke oder das Design des Snowboards ankommt, sondern das viele andere Faktoren darüber entscheiden, wie viel Spaß und Erfolg du mit einem Snowboard hast.