Wenn du auf der Suche nach der passenden Snowboardbindung für dich bist, aber nicht weißt, was du beim Kauf und der Montage beachten solltest, dann sollte dieser Buyers Guide dir weiterhelfen.

Vor einiger Zeit haben wir dir ja unseren Snowboard Buyers Guide vorgestellt, der dir hoffentlich dabei geholfen hat, das passende Board für dich zu finden. Doch wir alle wissen, dass nur ein Board nicht ausreicht, um sich standesgemäß im Schnee zu vergnügen. So wirst du ohne die passende Bindung nicht viel mit deinem Board anfangen können. Doch was sollte man in Bezug auf Snowboardbindungen alles wissen und welche Bindung passt zu dir? Diesen Fragen haben wir uns zusammen mit Blue Tomato angenommen und die passenden Antworten geben wir dir in unserem Snowboardbindungen Buyers Guide.

Bevor wir etwas detaillierter auf die wichtigsten Kriterien in Bezug auf die Bindungswahl eingehen, wollen wir dir zu einem besseren Verständnis erstmal schnell die drei zentralen Bestandteile einer Bindungen zeigen.

Bindungen-Bestandteile

Wie wählt man die richtige Bindungsgröße aus?

Mit der falschen Bindungsgröße ist deine Zeit auf dem Snowboard bereits verschenkt, denn so wirst du nie den maximalen Spaß und die Kontrolle über dein Board beim Shredden haben. Es gilt also beim Bindungskauf zu beachten, dass deine Bindung größentechnisch mit deinem Boot harmoniert. So sollte die Länge & Breite der Schuhsohle deines Snowboardboots möglichst genau mit der Länge & Breite deiner Baseplate übereinstimmen. Berücksichtige daher die Bindungsgrößen-Angaben der verschiedenen Hersteller, um die passende Bindungen zu deiner Schuhgröße auszuwählen. Um final deine Bindungen perfekt an deine Größe und deinen Boot anzupassen, kannst du kleine Feineinstellungen an der Bindung selbst vornehmen. Dabei gilt in der Regel, dass umso hochwertiger die Bindungen ist, desto mehr Anpassungsoptionen stehen auch zur Verfügung.

Snowboard_Bindung_Board_Boot

Was ist der Unterschied zwischen den Strap-Varianten?

In den letzten Jahren haben sich bei den Snowboardbindungen zwei Strap-Systeme durchgesetzt – das klassische 2-Strap-System und das 1-Strap-System. Bei dem 2-Strap-System kannst du den Toe- und Ankle-Strap so über die Ratschen fixieren, dass sie sich perfekt deinem Boot und deinen Bedürfnissen in Bezug auf den Fersen- & Zehenhalt anpassen. Diese individualisierte Anpassung ist bei den Bindungen mit einem 1-Strap-System nicht so stark möglich, da der Ankle- und der Toe-Strap miteinander verbunden sind und nur die Fixierung über eine Ratsche möglich ist. Dafür sparst du mit den 1-Strap Bindungen etwas Zeit beim Ein- und Aussteigen.

Snowboard_One_Two_Strap

Was sind die Besonderheiten einer Snowboardbindung mit Heckeinstieg?

Bei Snowboardbindungen mit Heckeinstieg wird das Highback zurückgeklappt, sodass man seinen Schuh von hinten unter die geschlossenen Straps schieben kann. Auch bei den Snowboardbindungen mit Heckeinstieg gibt es Varianten mit 1-Strap- und 2-Strap-Systemen. Welche Unterschiede es bei den Heckeinstieg-Bindungen im Detail gibt, erfährst du hier.

Snowboard_Rear_Entry_One_Two_Strap

Warum gibt es verschiedene Toe-Straps?

Im Laufe der Zeit haben sich 3 Toe-Strap-Typen am Markt etabliert: der Regular-Strap, der Cap-Strap und eine Mischform. Der Regular-Strap verläuft über den Zehenbereich, wodurch ein Druck von oben ausgeübt wird. Beim Cap-Strap besitzt der Toe-Strap eine Zehentasche, welche die Zehenkappe deines Boos umhüllt und deinen Boot besser in die Bindung drücken soll. Dann gibt es wie gesagt auch noch Toe-Straps, die du sowohl über als auch auf den Zehen getragen werden können. Möglich wird das durch ein weiches Material oder eine Materialaussparung im mittleren Bereich des Straps.

Snowboard_Bindings_Strap

Was sagt der Flex der Bindung aus?

Mit dem Flex wird der Härtegrad des Highbacks und dementsprechend dessen Beweglichkeit nach vorne, hinten und zur Seite beschrieben. Grundsätzlich gilt, dass je weicher die Snowboardbindung ist, desto mehr Bewegungsfreiheit hast du auch. Vor allem als Beginner wirst du eine weichere Bindung zu schätzen wissen, denn die Kraftübertragung auf dein Board ist nicht so direkt und stark, weshalb du die Gefahr mit deinem Board schnell zu verkanten etwas minimieren kannst. Doch auch Freestyler kennen die Vorteile einer weichen Snowboardbindung, denn sie erleichtern stylisches Tweaken und Bonen bei Tricks. Wichtig ist vor allem, dass der Flex deiner Snowboardbindung und der Flex deines Snowboardboots harmonieren. Dir bringt nämlich eine weiche Snowboardbindung wenig, wenn dein Snowboardboot hart ist. Zu guter Letzt solltest du auch dein Körpergewicht berücksichtigen, wenn du vor der Entscheidung stehst, welchen Flex deine Bindung haben soll. Wenn du etwas mehr Gewicht auf die Waage bringst, sollte deine Bindungen ruhig etwas härter sein, denn eine zu weiche Bindung gibt dir nicht das nötige Feedback.

Warum kann man das Highback verstellen?

Wie du schon mitbekommen haben solltest, spielt das Highback bei der Snowboardbindung eine entscheidende Rolle. Das Highback sorgt nicht nur für den Halt, sondern auch für die Kraftübertragung auf die Fersenkante. Durch die Justierung des Highbacks kannst du beeinflussen, wie stark die Kraftübertragung sein soll. Wenn du beispielsweise das Highback um einige Grad nach vorne neigst, wirst du schnell merken, dass du so die Kraftübertragung erhöhen kannst. Die Kraftübertragung wird außerdem direkter, wenn du das Highback deiner Bindung in vertikaler Achse paralleler zur Brettkante ausrichtest.

Welcher Bindungswinkel ist für mich der richtige?

Diese Frage kann man so pauschal gar nicht beantworten, da jeder individuelle Präferenzen beim Bindungswinkel hat. Dennoch gibt es, abhängig von deinem Riding-Style, gewisse Orientierungswerte, die dir helfen sollten, die für dich idealen Bindungswinkel zu finden.

Snowboard_Stances_2

Freestyler und Jibber fahren in der Regel mit einem zentrierten Duck-Stance am besten. Der Winkel deiner vorderen Bindung sollte bei +15 Grad liegen (+/- einige Grad je nach Vorliebe). Spiegelverkehrt dazu sollte der Winkel der hinteren Bindung -15 Grad betragen (+/- einige Grad je nach Vorliebe). Durch diese Bindungswinkel erleichterst du dir auch das Switch-Fahren. Es ist dabei zu empfehlen, dass der Abstand der Bindungen etwa schulterbreit ist.

Beim Freeriden empfiehlt sich eine etwas engere und leicht nach hinten versetze Bindungsposition – auch Setback genannt. Durch diese Position ist es etwas leichter die Nose über dem Schnee zu halten. Außerdem ist beim Freeriden ein flacherer Bindungswinkel anzuraten. Gängig sind die Gradzahlen von +21 Grad (vorne) und +9 (hinten). Auch hier dienen die Winkelangaben nur als grobe Orientierung.

Wenn du den ganzen Berg unsicher machen willst, dann empfiehlt sich ein leichter Duck-Stance mit etwas Setback. Beim All-Mountain Riden kannst du mit dem Bindungswinkel etwas experimentieren. Für die vordere Bindungen solltest du einen Bindungswinkel zwischen +12 und +18 Grad probieren. Bei der hinteren Bindung macht ein Winkel zwischen -3 und -9 Grad Sinn.

Warum haben manche Boards andere Systeme zur Befestigung der Bindung?

Fast alle Hersteller benutzen für ihre Boards das 4×4-Loch-System als Montage-Norm. Doch es gibt auch noch andere Systeme zur Befestigung deiner Bindung auf dem Board. Welche das sind, erfährst du im Buyers Guide bei Blue Tomato.

Wenn du jetzt noch wissen willst, wie du die Bindung auf dein Board montierst, dann schaue dir dieses Video an!

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